Monthly:Mai 2017

So wichtig sind Pirouetten…

6-jährige Pferde und Pirouetten haben an sich immer zusammengepasst….

„Wissen Sie,“ so die stolze Mutter eines Teenagers in einem ländlichen Reitverein, „unsere Tochter hat mit unserem Sechsjährigen im Unterricht jetzt mit den ersten Pirouetten angefangen und die Trabverstärkungen müssen Sie erst einmal sehen: Einfach ein Pferd für das ganze große Viereck. Die beiden sind ja sooo talentiert. Ich denke, spätestens im nächsten Jahr dürfte sie im Kader sein und dann visieren wir den Preis der Besten an!“
Gedanklich war Mutter vermutlich schon auf der Olympiade und die absolut hochgradig talentierte Tochter – vom Sprachgebrauch jedoch mehr als schlicht – stürzte doch etwas sehr unelastisch zum gefühlten 80-igsten Male im Renntrab durch die Diagonale. Sie hatte den Oberkörper dynamisch nach hinten verlagert, um dem Gegenwind keine Widerstand zu bieten, mit dem Oberschenkeln an den dicken Pauschen festgeklemmt. Das Pferd mit gestresstem Blick verspannt die Vorderbeine hoch reißend, das Hinterbein schleppend durch den Sand gezogen.

Horst Niemack würde jetzt sagen: „Vorne wird getrommelt und hinten kommen keine Soldaten!“… Der Trainer jedoch sprach von einer extrem guten Schulterfreiheit…
So unterschiedlich werden Dinge interpretiert.

Heute ist es ja leider so, dass Menschen sowie sie das Gefühl haben, sie hätten ein dankbares Opfer gefunden, sofort all‘ ihr Wissen zum Besten geben. Da ich offensichtlich immer den Eindruck hinterlasse, dass sie damit bei mir richtig sind und ich – so würde es Herr Stecken jetzt schmunzelnd formulieren – nur am Rande informiert bin, erfahre ich meist mehr als ich wissen will.

Nachdem mir in aller Tiefe erklärt wurde, wie wichtig Pirouettenversuche bei einem 6-jährigen Pferd sind und die Tochter zur Demonstration auch das verkrampfte 4-Takt-Gehüpfe mit seitlich ausweichenden Hinterbeinen, in alle Richtungen wankend, weggedrücktem Rücken, zu eng im Hals, das Pferd mit ihrem grob fehlerhaften Sitz komplett aus dem Gleichgewicht bringend, demonstriert hatte, bat sie mich vermutlich aus Höflichkeit um meine vollkommen unmaßgebliche Meinung.

Diplomatie ist nicht meine Stärke, da ich aber das mehr als amüsante Gespräch nicht abbrechen mochte, habe ich mich bemüht strategisch überlegt zu antworten: „Das ist ja schon recht gut, aber man könnte es noch ein klein bisschen besser machen“. Ich war sehr stolz auf meine charmante Formulierung.
Vermutlich war das dann doch nicht diplomatisch genug, denn die Dame schaute mit einem fragenden ‚Wie-kommen-Sie-denn-darauf-Blick‘ mehr als pikiert in meine Richtung, ließ meine Ausführungen jedoch zu:

„Um die Pirouette noch etwas zu verbessern, würde ich mit dem Pferd üben Ecken in Schritt, Trab und später im Galopp korrekt zu durchreiten, die Biegung ersten Grades und damit das Reiten der Volten zu verbessern. Kleiner als 10 meter sollten die Volten nicht sein, denn das Pferd ist noch zu steif und würde nur mit der Hinterhand weg schleudern. In den Volten weicht das Pferd Ihrer Tochter immer mit dem Hinterbein zur Seite aus. Das liegt daran, dass Ihre Tochter versäumt, sich in ihrem Sitz der geritten Wendung anzupassen, sie ist mehr als fest im Becken und in der Schulterpartie, die Hände sind zu hoch getragen. Sie hat eine hart rückwärts wirkende innere Hand. Die äußere Schulter ist zuweit nach hinten geführt, wodurch das Pferd versucht auszuweichen. Sie müsste die innere Hüfte vornehmen und die Schulter zurück. Durch den verdrehten Oberkörper kommt das Pferd aus dem Gleichgewicht und kann keine Kreislinie beschreiten. Die halben Paraden erfolgen nicht und Ihre Tochter kann auch das Nachgeben mit der inneren Hand nicht umsetzen. Das Annehmen hat sie aber nicht vergessen.
Dadurch verwirft sich Ihr Pferd im Genick, macht sich im Rücken fest, schlägt mit dem Schweif, kommt mit der Nase weit hinter die Senkrechte, das Maul ist aufgesperrt und es zeigt nicht unerhebliche Taktfehler in allen Wendungen und leider auch auf der Geraden. Darüber hinaus ist Ihr Pferd noch überhaupt nicht geradegerichtet und hat eine deutliche schlechtere Hand. Das heißt, dass es in der Rippenpartie nicht geschmeidig ist.
Diese Fehler zeigen sich dann auch in den Trabverstärkungen. Da kommt das Pferd mit weggedrücktem Rücken und heraus gestelltem Hinterbein, verspannt, mit nachhaltig unruhigem Schweif, aufgesperrtem Maul und festgehaltenem Rücken laufend auf die Vorhand.
Man sollte jetzt zu den Grundlagen zurückgehen und dann langsam die Geschmeidigkeit der Rippenpartie und der Hinterhandgelenke verbessern. Das durch korrektes Rückwärtsrichten und daraus gerade antraben, durch richtig gerittene Kurzkehrt und immer wieder kehrend richtig durchrittene Ecken und runde Volten, dann wird das Pferd in 4-5 Jahren sicherlich über die notwendige Kraft und Elastizität verfügen, um eine gute Pirouetten zu springen. Es wird dann auch sicherlich in den Trabverstärkungen aus der Hinterhand schieben, statt aus der Vorhand zu ziehen.“

Aus irgendeinem unerfindlichen Grund musste sich die Dame etwas zu trinken holen. Ich habe Mutter und Tochter nicht mehr gesehen und das, obwohl ich so diplomatisch war …..

 

 

Das Pferd ganzheitlich betrachten

Einige Gründe, warum es funktioniert oder auch nicht….

 

Vor einigen Tagen erhielten wir eine Mail, die unter anderem Folgendes beinhaltete:
“…… obwohl wir viel im Gelände reiten und mein Pferd sehr viele Stunden am Tag auf der Weide steht, viel Raufutter und auch 3 Kilo Pellets am Tag bekommt, wird mein Woddy immer dünner und immer fauler…. Haben Sie einen Vorschlag, was wir noch machen können?….“

 

Die Ursachen für ein solches Verhalten können sehr vielseitig sein und so muss man – um eine solche Frage beantworten zu können – einen ganzheitlichen Ansatz wählen. Dazu ist es notwendig die folgenden Punkte abzuklären:

  1. Wie lange ist das Pferd schon so „faul“? War das ein schleichender Prozess oder ist es „plötzlich“ aufgetreten?
  2. Wie ist das Pferd bemuskelt?
  3. Hat es Rückenverspannungen oder Kissing Spines?
  4. Könnte das Pferd Blockaden, Verspannungen, Bewegungseinschränkungen haben?
  5. Schlägt es beim Reiten mit dem Schweif und/oder sperrt das Maul auf, geht gegen die Hand?
  6. Ist der Bewegungsablauf taktrein?
  7. Wie verhält es sich beim Reiten? Hat es eine deutlich schlechtere Seite?
  8. Beherrscht es grundlegende Lektionen?
  9. Wie wird das Pferd geritten (mit Gebiss oder ohne, mit korrekter Anlehnung oder ohne, nur im Gelände, Springen, Dressur etc.)?
  10. Wie gut /weniger gut ist der Reiter?
  11. Wie ist die optische Erscheinung des Pferdes (gut im Fell, glänzend, ruhiges und entspanntes Auge…)?
  12. Wie ist der Charakter des Pferdes?
  13. Ist das Pferd ruhig oder eher schreckhaft?
  14. Neigt es zum Bocken oder Steigen?
  15. Wie reagiert es auf neue und ihm fremde Situationen?
  16. Hat es Vertrauen zu seinem Reiter?
  17. Anforderungen beim Reiten?
  18. Was machen die Hufe?
  19. Passt der Sattel und sitzt das Zaumzeug?
  20. Was sagt das Blutbild?
  21. Sind die Zähne in Ordnung?
  22. Wie hochwertig ist das Futter?

 

Da beim Pferd immer alles in einem Zusammenhang steht und man nicht eines vom anderen unabhängig betrachten kann, ist es sinnvoll, alle Fragen für sich genau zu beantworten, respektive sich ggf. von Fachleuten, Tierarzt etc. unterstützen zu lassen. Je mehr man ein Problem eingrenzen kann, umso einfacher wird es dann, die Ursache zu finden und auch zu beseitigen.

 

Wie lange zeigt das Pferd schon das Verhalten?

Diese Frage ist oft nicht so einfach zu beantworten, denn eine Verschlechterung ist meist ein schleichender Prozess. Das Pferd ist immer ein bisschen gemütlicher geworden, vielleicht auch unwillig und man ist über das kleine Problemchen einfach einmal hinweg geritten und dann ist es zu spät und man überlegt sich, ob man die Zeichen vielleicht nicht erkannt, einen Vorfall nicht ausreichend bewertet hat.

 

Wie ist das Pferd bemuskelt?

Fehlerhaft bemuskeltes Pferd aufgrund von Fehlern in der Ausbildung. Das Pferd ist etwas stumpf im Fell und sollte weniger kantig sein. Hinweise darauf, dass hier etwas im Argen ist.

Das gleiche Pferd einige Wochen später. Das Pferd wird „runder“. Fütterung, Haltung und die Arbeit mit dem Pferd wurden aufeinander abgestimmt.

 

Die Muskulatur ist ein Spiegel der Ausbildung und so wie ein Pferd bemuskelt ist, so wird es schlussendlich auch geritten. Ein massig ausgeprägter Hals beispielsweise muss dabei nicht notwendigerweise ein Hinweis auf die richtigen Wege sein und ein extrem gerader Rücken kann eher auf den Einsatz von Schlaufzügel hinweisen, als dass er immer aussagt, dass im Rücken alles in Ordnung ist.

 

Hat es Rückenverspannungen oder Kissing Spines?

Wenig bemuskeltes Pferd mit Rückenproblemen.

Pferd mit Kissing Spines in fortgeschrittenem Stadium, jedoch schmerzfrei und kann in allen Disziplinen geritten werden.

 

Rückenprobleme zeichnen sich ab und man kann sie vielfach schon erkennen, ohne das Pferd im Rücken abtasten zu müssen. Die Muskulatur gibt dem geschulten Auge Aufschluss über die grundsätzliche Situation des Pferdes. Im Allgemeinen entstehen Rückenprobleme durch Fehler in der Ausbildung. Sie gehen oft mit Verspannungen, einem unruhigen Schweif, Zähneknrischen, unwilligem Verhalten oder Bewegungsunlust einher.

 

Könnte das Pferd Blockaden, Verspannungen, Bewegungseinschränkungen haben?

Bewegungseinschränkungen und sogenannte Blockaden führen zu Verspannungen und Schmerzen, im Laufe der Zeit zu Schädigungen des Bewegungs- und Bandapparates. Das können Gründe sein, warum ein Pferd faul, triebig wird, vielleicht mehr und mehr abnimmt. Es bedarf Erfahrung, um das beim Reiten und im Umgang direkt selbst erkennen, sehen und fühlen zu können. Man sollte somit einen Therapeuten rufen, wenn man feststellt, dass das Pferd beim Reiten schlechter oder schwieriger wird, sich im Umgang und Verhalten verändert…

 

Schlägt das Pferd beim Reiten mit dem Schweif und/oder sperrt das Maul auf, geht gegen die Hand?

Hochgerissener Kopf, aufgesperrtes Maul, unruhige schlagender Schweif. Das Pferd offensichtlich sehr verspannt. Zeigt das Pferd dieses Verhalten beim Reiten, wird es allerhöchste Zeit, seine Reitweise kritisch zu hinterfragen….

 

Der unruhige Schweif und das offene Maul sind Hinweise auf Unwohlsein, Verspannungen oder auch Schmerzen. Also Alarmsignale des Körpers, das die Dinge in die falsche Richtung laufen. Stellt man fest, dass das Pferd diese Verhaltensweisen vermehrt beim Reiten zeigt, wird es Zeit, einen guten Therapeuten oder Tierarzt zu suchen. Oft sind sie Vorboten auf ernsthafte Erkrankungen.

 

Ist der Bewegungsablauf taktrein?

Takt- und Gangfehler sind Hinweise auf Verspannungen und Unwohlsein. Sie entstehen nicht, da ein Pferd einen ‚überragenden Schritt hat und somit zu passartiger Fußfolge neigt‘. Sie sind zurückzuführen auf Reiterfehler. Auf Fehler in Sitz und Einwirkung, zu kurzen Zügeln, zu langsames oder zu hohes Tempo, einem Reiter mit einer rückwärtswirkenden Hand. Pferde, die keinen taktreinen Bewegungsablauf haben, haben in den meisten Fällen auch Rückenprobleme. Sie lassen sich nicht los, sind verspannt.

 

Hat mein Pferd eine deutlich schlechtere Seite beim Reiten?

Jedes Pferd hat eine hohle und eine feste Seite. Das ist normal. Ziel muss es sein, dass durch Geraderichten auszugleichen. Pferde, die nicht gerade gerichtet sind, belasten ihren Körper falsch, das führt zu frühzeitigem Verschleiß.

 

Beherrscht das Pferd grundlegende Lektionen?

Pferde, die nicht einmal grundlegende Dressurlektionen beherrschen, sind/werden im Laufe der Zeit steif. Da geht es ihnen nicht anders als uns Menschen auch. Ziel von Reiten und Ausbilden sollte also sein, das Pferd zu gymnastizieren. Nur ins Gelände auszureiten oder nur ausschließlich zu springen reichen nicht aus. Auch hier ist das Ziel: Rippengeschmeidigkeit erreichen, in der Folge die Rippenbiegung zu verbessern und mit den richtigen Übungen und Lektionen, die Muskeln korrekt aufzubauen.

 

Wie wird das Pferd geritten/nach welcher Reitweise oder Auffassung?

Gerade bei diesem Punkt kommt man wie in vielen Bereichen immer zu wieder zu den gleichen Diskussionen: Welcher Weg und welche Auffassung ist die richtige? Da das Angebot fast unendlich erscheint, hat man viele Möglichkeiten, den falschen Weg einzuschlagen. Auch da schleichen sich reiterliche und gesundheitliche Probleme meist nur unauffällig ein. Sind die Probleme aber da, ist eine Umkehr oft mit viel Aufwand verbunden…
Der  richtige Ausbildungsweg muss immer heißen: Nur, wenn der Schub aus der Hinterhand sichergestellt ist, das Pferd bei vorgelassenem Hals mit der Nase an der Senkrechten das Gebiss annehmen kann und den Rücken in allen Übungen und Lektionen hergeben kann, dann bleibt es gesund.
Mit diesem Wissen erübrigen sich viele Reitmethoden von selbst…

 

Wie gut /weniger gut ist der Reiter?

Sitz und Einwirkung sollte man immer zu verbessern suchen. Dabei können Übungen helfen, die die eigenen Geschmeidigkeit verbessern.

 

Der korrekte Sitz ist die Basis allen Reitens. Nur aus dem korrekten Sitz können richtige Hilfen gegeben und die Halben Paraden erfolgen zu rechten Zeit und in der richtigen Dosierung. Somit sollte man immer bemüht sein, seinen eigenen Sitz zu verbessern.
Viele gesundheitliche Probleme des Pferdes haben ihren Ursprung in einem fehlerhaften Sitz.

 

Wie ist die optische Erscheinung des Pferdes?

Glänzend im Fell, eine harmonsiche Oberlinie ohne Ecken und Kanten bei einer korrekten Muskelbildung sind Hinweise auf ein gesundes und richtig gerittenes Pferd. Bei der Suche nach Ursachen für Probleme beim Reiten oder auch beim Longieren, ist die optische Erscheinung eines Pferdes ein erster Hinweis auf richtige und falsche Wege.

 

Wie ist der Charakter des Pferdes?

Der Charakter eines Pferdes hat einen nicht unerheblichen Einfluss beim Reiten und Ausbilden. Ein wenig kooperatives, leicht schreckhaftes, ängstliches oder unsicheres Pferd bringt immer leichter Probleme mit sich. Manchmal kann dann schon wenig zu viel sein und die Pferde sind/scheinen überfordert. Dann ist es wichtig, einen Schritt zurückzugehen und die Probleme in aller Ruhe – manchmal mit Pausen dazwischen – neu anzugehen. Eine massive Auseinandersetzung mit seinem Pferd verliert man immer und wenn das Ergebnis Vertrauensverlust und Angst sind. Gewinnen kann man nur zusammen.

 

Ist das Pferd ruhig oder eher schreckhaft (geworden)?

Pferde mit beginnenden gesundheitlichen Problemen ändern vielfach auch ihr Verhalten. Waren sie noch vor einigen Monaten die Ruhe „in Person“, können Verhaltensänderungen Hinweise auf gesundheitliche Probleme, Verspannungen und Schmerzen sein.

 

Neigt es zum Bocken oder Steigen?

Bocken und Steigen haben Ursachen. Kein Pferd tut das ohne Grund oder um seinen Reiter zu ärgern. In vielen Fällen sind Schmerzen, Unsicherheiten, Stress oder auch Angst der Ursprung. Hier gilt es, sich Gedanken über mögliche Vorfälle, Neuerungen, Veränderungen zu machen. Sie können diese Schwierigkeiten hervorgerufen haben.

 

Wie reagiert es auf neue und ihm fremde Situationen?

Ein neuer Stall, ein anderer Boxennachbar, eine andere Haltungsform. Alles das können Gründe sein, dass sich ein Pferd verändert. Dem Pferd geht es, wie uns Menschen: Wenn wir uns nicht wohlfühlen, unseren Nachbarn vielleicht nicht leiden können, wir permanent mit viel Lärm konfrontiert sind, die Musik laut durch den Stall schallt und das von morgens bis abends, dann kann sich das auf unsere gesamte Lebensqualität auswirken. Auch für Pferde bedeuten diese Dinge Stress.

 

Hat es Vertrauen zu seinem Reiter?

Immer wieder etwas Neues einzubauen und das gemeinsam zu ‚meistern‘ schafft Vertrauen zwischen Reiter und Pferd.

 

Ein Souveränität und Sicherheit ausstrahlender Reiter ist für jedes Pferd ein Gottesgeschenk. Es kann sich auf seinen Partner Mensch verlassen. Für unsichere oder auch dominante Pferde ist ein unsicherer und vielleicht ängstlicher Reiter, ein Mensch, der im Umgang vielleicht ungerecht ist und falsch reagiert ein Problem. Das Pferd kann sich auf den Menschen nicht verlassen und findet keinen ‚Schutz‘ bei seinem Herdenführer.
Ängstliche Pferde werden unsicherer, verlieren das Vertrauen und dominante Pferde können gefährlich werden, denn sie übernehmen die Leitposition und das ist dem Herdengefüge Mensch-Pferd eine schlechte Voraussetzung.

 

Wie hoch sind die Anforderungen beim Reiten?

Bodenarbeit kann eine interessante Abwechslung sein. Wiederholt man es zu oft, sind viele Pferde gelangweilt, genervt und reagieren unwillig auf die immer wieder gleichen Dominanz-Abgewöhnungs-Übungen.

 

Anforderungen beim Reiten und Ausbilden müssen immer auf die Möglichkeiten des Pferdes abgestimmt sein. Sind sie zu hoch ist, das Pferd überfordert. Es hat Stress, vielleicht Angst und Schmerzen. Sind sie zu niedrig, macht man vielleicht immer das gleiche, bringt keine Abwechslung in die Ausbildung, kann auch das zu Problemen führen. Die Pferde sind gelangweilt, unterfordert, werden vielleicht nicht gymnastiziert, sind nicht geschmeidig. Auch das führt zu Problemen. Viele Pferde reagieren unwillig, widersetzlich und konzentrieren sich nicht mehr auf ihren Reiter.  Andere werden immer ‚fauler‘ oder auch träge. Das hängt vom Charakter des einzelnen Pferdes ab.

 

Was machen die Hufe?

      

Stellungsfehler führen zu einer Fehlbelastung des Pferdekörpers, denn der Huf ist das Fundament auf dem alles steht. Wenn dann noch reiterliche Fehler hinzukommen, dann kommt es vielfach zu gesundheitlichen Problemen. Diese können sich dann beim Reiten und Ausbilden in Widersetzlichkeiten, Triebigkeit oder auch in Abwehrverhalten zeigen. Hier kann es sinnvoll sein, entsprechende Spezialisten zu konsultieren.

 

Passt der Sattel und sitzt das Zaumzeug?

Der Sattel ist heute ein Riesenthema. Was der Markt da alles bietet: Lange Sättel, kurze Sättel, mit Baum und ohne, mit tiefem und flachen Sitz, mit wenig und vielen Pauschen.
Der Sattel muss zum Pferd und zum Reiter passen. Ein unpassender Sattel führt zu Fehlbelastungen und damit Überbelastung und das nicht nur in der Sattellage. Aus diesem Grund sollte der Sattel immer absolut passen und spätestens alle sechs Monate auf Passform hin überprüft werden.

 

Was sagt das Blutbild?

Im Blutbild spiegelt sich vieles wieder. Entzündungen, Erkrankungen, Seelen und Zinkmangel oder Überschuss und vieles mehr. Ist man unsicher, ob es seinem Pferd gut geht, ist ein großes Blutbild der erste Schritt, um nach Ursachen zu suchen.

 

Sind die Zähne in Ordnung?

Zähne sollten auf jeden Fall einmal im Jahr kontrolliert und ggf. geraspelt werden. Hacken, abgebrochene, entzündete Zähne oder Verletzungen am Zahnfleisch können für das Pferd nicht nur Unwohlsein, sondern auch massive Schmerzen hervorrufen und für viele reiterliche Probleme die Ursache sein. Auch Bewegungseinschränkungen und Blockaden, die der Osteotherapeut beseitigen muss oder soll, können ihren Ursprung im Maul des Pferdes haben.

 

Wie hochwertig ist das Futter?

Je hochwertiger das Futter, umso weniger braucht man den Tierarzt. Hochwertig heißt jedoch nicht mehr Zusatzpulver als Körner im Trog. Abgestimmt auf die Bedarfe und die Trainingsleistung des Pferdes sollte es verabreicht werden.

Ausreichend Raufutter über 24 Stunden zur Verfügung reduziert neben Darmproblemen auch das Magengeschwürrisiko, was vielfach durch zu viel Kraft- und zu wenig Raufutter begünstigt wird.

 

 

Die Ursachen, dass ein Pferd nicht fleißig vorwärts will können sehr vielfältig sein. Das gilt auch für alles anderen beim Reiten und Ausbilden. Oft kommt man ohne kompetente Unterstützung nicht weiter.
Optimal ist, wenn sich Therapeuten, Ausbilder, Schmied und Sattler abstimmen können. Dann findet man einen ganzheitlichen Ansatz und hat nicht das Problem, dass jeder etwas anderes erzählt und sich die Empfehlungen im schlimmsten Fall noch widersprechen….

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